Comiccollab #067: Dumm

Comic-Collab #67: Dumm
Also erstmal ist es dumm, wenn man in Urlaub fährt und für keine Comiccollab-Vertretung sorgt. Sorry dafür!
Dann ist es aber auch dumm, sich die ganze Zeit Sorgen dadrüber zu machen, ob man „gut“ aussieht. „Gut“ in dreihundert Anführungszeichen. Dieses Thema wurde schon oft angesprochen, aber ich hatte gerade das Bedürfnis, es auch nochmal zu tun. Warum?
Ich hatte wieder mal Kontakt zu jungen Mädchen, die sich in ihrem Körper nicht wohl fühlen und allerlei Quatsch diesbezüglich treiben.
Wobei ich mit meinem Comic eigentlich eher Ältere meine, die es eigentlich (wie ich) besser wissen müssten, aber nicht tun (wie ich). Dann kam mir gestern der Trailer von „Embrace“ unter, einem Film über Körperideale. Hier hat mich der folgende Dialog angesprochen:
„Hast du dich mal gefragt, wie es wäre, NICHT über dein Gewicht nachzudenken?“
„Keine Ahnung, wie das wäre.“
Arrrgh, warum machen wir das! Warum denken wir da so viel drüber nach! Und nein, ich will hier nicht nach hinten denken und eine Antwort oder Ursache suchen, ich will, dass wir das einfach ÄNDERN. Nach vorne gucken bzw. auf das Jetzt und was das für ein Quatsch ist, sich über sein Aussehen so zu definieren.

Und gestern war ich in „20th Century Women„, wo ebenfalls ein Satz bei mir hängen blieb:
„Guys aren’t supposed to look like they are thinking about how they look.“
Ich will hier gar nicht sagen, dass nur Frauen so denken. Aber dass das so als Satz gesagt wird, dass Frauen im Gegensatz anscheinend immer so aussehen, als ob sie darüber nachdenken, das fand ich faszinierend.

Ich möchte hier gar nicht in die Kerbe „Die Medien sind schuld“ schlagen, denn irgendwann IRGENDWANN sollten wir das auch wissen und lernen, da drüber zu stehen. Das ist dann zwar immer noch ein generelles Fokusproblem (wenn ihr euch vergleichen wollt: Schaut euch lieber in der Dusche eures Schwimmbads um, anstatt in Modemagazinen oder Filmen. Das reinigt den Fokus ;) ), aber ich finde, dass man das System nicht ändern muss, um sich selbst ändern zu können. Bei sich selbst anfangen ist zwar viel schwerer, aber auch viel leichter, als das ganze System.
Das heisst nicht, dass ich nicht immer noch öfters mal „dumm“ bin, aber ich versuche mir dessen bewusst zu sein und einfach drauf zu scheissen, was andere von meinem Körper denken könnten :)
Comic-Collab #67: Dumm
Thema für den 15. Mai: „Lecker“
Mit dabei im April (Liste wird im Laufe des Tages aktualisiert):
– Schlogger
Skizzenblog
Hillerzeder
Regenmonster
Onlinecomics
Rainer Unsinn
strichweise diesig
Schisslaweng
Gobopictures
Dramatized Depictions
Drawinkpaper
Mal Gries
Armer Armin
Teamo Comics
Jane War
Demystification
Catnipsflavour
Kales Sofakinder

9 Gedanken zu “Comiccollab #067: Dumm

  1. Pingback: Comic-Collab 67: Dumm | teamo comics

  2. Die Cellulite hielt ich erst für Popo-Haare *hihi* :)

    Ich glaube übrigens nicht, dass die Medien schuld sind, da macht man es sich viel zu einfach, schreibst du schon ganz richtig. Ich glaube, man kann sich auch hässlich, unwohl und wertlos fühlen, wenn man niemals eine Zeitschrift oder einen Fernseher gesehen hat. Das verstärkt das vielleicht minimal, aber das meiste passiert doch im eigenen Kopf und fängt schon lange vor jedem aktiven Medienkonsum an.

    Mir ists eigentlich egal, was andere von meinem Äußeren halten, leider resultiert daraus nicht automatisch, dass ich selbst mit meinem Äußeren zufrieden bin :D An der Stelle beneide ich deine Einstellung, es ist toll, wenn man mit sich selbst im Reinen ist. Das ist leider keine bewusste Entscheidung (Ab heute mag ich mich! So!), sondern ein langer Weg, für manche leichter als für andere. Aber ein wichtiger.

  3. Pingback: Comic Collab: dumm | gobopictures

  4. Och, hat doch auch so geklappt mit der Collab, mach dir mal wegen uns keinen Stress. Obwohl natürlich noch dein Beitrag gefehlt hat. Und das neue Thema… :D

    Das mit dem Aussehen und Gewicht ist echt nicht so einfach. Selbst wenn man eigentlich objektiv weiß dass man zumindest ok aussieht, kann man sich total schnell unbewusst vom Gegenteil überzeugen.
    Letzte Woche beim Klamotten kaufen hab ich in der Umkleidekabine neben mir ein Gespräch mitgehört, in dem es darum ging ob man jetzt Größe 32 oder 34 nehmen soll… und sofort hab ich mich in meinem perfekt passenden und an mir super aussehenden Größe-38-Kleid total dick und hässlich gefühlt. Und dabei find ich es selbst gar nicht attraktiv wenn jemand so dünn ist?!
    Schon ganz schön dumm wenn man so drüber nachdenkt.

  5. Ich habe den Trailer ebenfalls gesehen.
    Allerdings danach den Fehler gemacht, in den Kommentaren zu stöbern. Kommentare können einfach jede gute Message in der Luft zerreisen und noch einen dicken Haufen drauf machen. Also die Kommentatoren. Falsch: Kommentatorinnen (zumeist)! Wirklich erschreckend, wie unverblümt plötzlich Neid, Frust und all der andere Dreck da machmal ins Internet geworfen werden.

    Ich finde es gut, nicht mit allen Dingen an sich selbst zufrieden zu sein, sich zu reflektieren und in Frage zu stellen. Wären wir mit allen Facetten an uns glücklich, würde Stillstand herrschen und keine (möglichst positive) Entwicklung stattfinden.

    Worauf ich allerdings gut verzichten könnte, wären diese Mobbing-Posts, mit denen diverse Knalltüten doch am liebsten ihr eigenes Ego polieren wollen. Z.B. meine Nachbarin, die, etwas fülliger und nicht die hellste Kerze auf der Torte, regelmäßig auf FB postet, wie sexy Rundungen sind und wie uncool klapperdürre Hungerhaken, die dann am besten noch irgendwie krankhaft sind oder sein müssen. Aber ich dürfte sie niemals ungestraft dafür kritisieren – DAS wäre dann verletzend!

    Abgesehen davon, dass fast jeder seine „Problemzonen“ hat, sollte eines nicht vergessen werden:
    Ob wir jemanden als schön oder weniger schön wahrnehmen, hängt zu einem unglaublich hohen Anteil davon ab, WIE dieser Mensch interagiert und welche Werte er vertritt. Da kann schnell die süßeste Zuckerschnute zur nervigsten Pottkuh werden. ;)

    Liebe Grüße!
    ps: Auch ich hielt die Cellulite für Popo-Haare. :)

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